Adventskalender

Wir wünschen allen eine schöne Adventszeit in dieser schwierigen Zeit.

HIer finden SIe unseren diesjährigen Adventskalender.

https://www.ffw-sprockhoevel.de/adventskalender/

Chronik des Löschzug Hasslinghausen

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr
Löschzug Haßlinghausen
Chronik des Lz Hasslinghausen als PDF-Datei
Die ersten Bemühungen zur Gründung eines organisierten Feuerschutzes in Haßlinghausen gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Aus dieser Zeit sind heute noch 4 Namen von Männern bekannt, die auch nach Gründung der Wehr eine Rolle spielten. Der Kaufmann Fritz Sahlenbeck und später sein Bruder Adolf stellten im Brandfalle die Bespannung (Pferde). Dem Sattlermeister Fritz Kickuth, übrigens der Urgroßvater des heutigen Wirtes der Gaststätte zum Amtshaus, die nunmehr auch seit exakt 100 Jahren das Wehrlokal des Löschzuges Haßlinghausen ist, war die Instandhaltung der Spritze und des Schlauchmaterials übertragen. Der Bergmann Fritz Harke hatte die Schlüssel zum Unterstellraum. Dieser Unterstellraum wurde vom Bauern Langewiesche im Dorf zur Verfügung gestellt. Durch die Initiative Haßlinghauser Bürger waren eine Handdruckspritze sowie eine beschränkte Menge Schlauchmaterial und feuerwehrtechnische Geräte (z. B. Einreißhaken, Strahlrohre usw.) vorhanden. Bei Bränden half jeder Bürger nach bestem Können mit, eine planmäßige Ausbildung gab es noch nicht.
Bei gelegentlichen Zusammenkünften wurden Anregungen laut, den Feuerschutz zu organisieren, d. h. eine Feuerwehr zu gründen. Vorher mussten die finanziellen Grundlagen für die Ausrüstung der zukünftigen Feuerwehrmänner geschaffen werden. Auch hier musste zur Selbsthilfe gegriffen werden, da mit Bereitstellung von Geldmitteln durch die Gemeinde nicht zu rechnen war. Im Jahre 1902 wurde eine Spendenliste aufgelegt, die den für die damalige Zeit ansehnlichen Betrag von 225,- Mark erbrachte.
Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Haßlinghausen wurde am
8. Februar 1903 im Lokal Fritz Kickuth vollzogen.
Seit diesem Tag, also seit genau 100 Jahren, ist dieses Lokal Wehrlokal geblieben. Dies ist sicherlich eine nahezu einmalige Tatsache. Sohn und Enkelsohn des Mitbegründers Fritz Kickuth waren seit 1912 bzw. 1943 ebenfalls Angehörige der Wehr. Auch der Urenkel, Siegfried Kickuth, ist nunmehr in der 4. Generation seit 1982 Mitglied unseres Löschzuges. Im Jahre 1903 stellten sich 36 Haßlinghauser Bürger dem Feuerschutz zur Verfügung. Der gewählte Vorstand bestand aus folgenden Männern:
Hauptmann Ewald Krefting • Spritzenführer Fritz Kickuth
Stellvertreter August Unger • Stellvertreter August Muthmann
Steigerführer Fritz Sahlenbeck • Kassierer Emil Plasberg
Stellvertreter Fritz Harke • Schriftführer Wilhelm Göbelsmann
Mit der Arbeit wurde sofort begonnen. Für die genannten freiwilligen Spenden wurden Ausrüstungsgegenstände und Uniformen angeschafft, und in regelmäßigen Übungsstunden wurden die Wehrmänner für den Feuerschutz geschult. Dem damaligen Spritzenführer Fritz Kickuth genügte die vorhandene Feuerlöschspritze nicht; er kaufte daher auf eigene Rechnung ein neues Gerät zum Preis von 500,- Mark, und gab damit ein Beispiel für Gemeinsinn und Idealismus. Es handelte sich um eine Hochdruckspritze mit Windkessel, auf 2 Rädern montiert, die beim Einsatz vom Fahrgestell freigemacht (abgeprotzt) werden konnte und dadurch bessere Einsatzmöglichkeiten bot. Auch war die Spritze leichter und wurde von den Wehrmännern gezogen, wenn im Ernstfall die Bespannung nicht rechtzeitig zur Stelle war. Die Wasserförderung erfolgte durch Pumpen an zwei Holmen, die von je 4 Feuerwehrmännern bedient wurden. Zwecks besserer Ausbildung der Steigerabteilung musste ein Steigerturm errichtet werden. Das erforderliche Holz wurde von hiesigen Waldbesitzern zur Verfügung gestellt. In freiwilliger Arbeit zimmerten die Wehrmänner ihren Übungsturm selbst. Dieser erste Steigerturm wurde auf dem Grundstück der Familie Kickuth errichtet. Die Grundfläche betrug 4,50 x 2,80 m, die Höhe 10,50 m. Nach oben verjüngte sich der Turm auf 3,50 x 2,80 m. Der Steigerturm war in 3 Etagen eingeteilt.
Tag der Bauantragstellung 6. April 1904
Bauerlaubnis erteilt 18. April 1904
Bauabnahme 10. Juni 1904
24 Jahre hat der Turm gestanden, und es ist mancher Schweißtropfen geflossen, wenn immer wieder das Kommando ertönte:
»Steigt - auf!«, »Steigt - ab!«.
In den folgenden Jahren wurde die Ausrüstung durch Neuanschaffungen von Kleingeräten verbessert, welche bei Bränden und Übungen erprobt wurden. Die erste größere Übung fand auf dem Gelände Oesterling am Wechtenbruch statt. Während der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde der Feuerschutz, obwohl zahlreiche Kameraden zu den Waffen gerufen wurden, voll aufrecht erhalten. Der heutige Musikzug der Feuerwehr Sprockhövel wurde am 3. März 1921 als Feuerwehrkapelle Haßlinghausen gegründet, die ersten Kapellmeister waren F. Stuckmann und R. Ibing.
Im Jahre 1925 wurde der Feuerschutz in der weit verzweigten Gemeinde Haßlinghausen dadurch verstärkt, dass im Westteil des Ortes die Löschgruppe Schmiedestraße gegründet wurde, die über lange Jahre von dem Kamerad August Thomas geführt wurde. Die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Haßlinghausen wurde 1928 gekauft. In den Jahren 1953 und 1997 wurde die Fahne restauriert. Im Jahre 1928 wurde auf dem Hof der Schule Dorf ein neues Gerätehaus mit Steigerturm, dessen Originalbaupläne noch vorhanden sind, durch die Gemeinde und durch Eigenhilfe der Feuerwehrkameraden errichtet. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens wurde der Feuerwehr das Gerätehaus übergeben. Kurz nach dieser Feier erlitt die Wehr einen herben Verlust durch den Tod des bewährten Hauptmanns Fritz Kickuth. Die Leitung übernahm nunmehr der seit 1913 als Stellvertreter tätige Kamerad Julius Weber (übrigens der Urgroßvater des heutigen stellvertretenden Kassierers Matthias Weber und Großvater des Sprechers der Ehrenabteilung der Stadtwehr Julius Weber). Dieser war bis zum Jahre 1934 Hauptmann der Löschgruppe Haßlinghausen und wurde dann mit der Führung der gesamten Wehr des Amtes Haßlinghausen (6 Löschgruppen) betraut. Julius Weber war 43 Jahre aktiv im Feuerwehrdienst seit 1922 tätig. Er wurde am 1. August 1953 zum Ehrenhauptbrandmeister ernannt. Sein Sohn Julius Weber jun. trat im selben Jahr in den Dienst des Löschzuges Haßlinghausen und war seit 1953 aktiv im Feuerwehrdienst und ist seit 2001 Sprecher der Ehrenabteilung der Stadtwehr. Auch dessen Sohn Matthias ist nunmehr in der 4. Generation seit 1981 Mitglied des Löschzuges Haßlinghausen.
Inzwischen war durch die fortschreitende Technik auch das Feuerlöschwesen auf eine andere, bessere Grundlage gestellt worden. An die Stelle der Handdruckspritze trat die Motorspritze. Die erste tragbare Motorspritze (TS) wurde im Jahre 1932 der Feuerwehr übergeben. Es handelte sich um eine Pumpe, welche von einem DKW-Zweitaktmotor angetrieben wurde. Lange Jahre haben die TS 8/8 mit einer Leistung von 800 Litern Wasser pro Minute ihre Schuldigkeit getan und tun es auch heute noch. Am 20. Januar 1933 wurde für alle Feuerwehrmänner eine Unfallversicherung eingeführt, ein für die soziale Sicherheit der Feuerwehrmänner und deren Angehörige beachtlicher Fortschritt.
Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15.12.1933 wurde die Feuerwehr zur Feuerlöschpolizei, und damit das Führerprinzip eingeführt. Nachfolger von Julius Weber sen. wurde im Jahre 1934 Oberbrandmeister Peter Schmidt, den wir durch einen tragischen Unfall im Jahre 1956 verloren. Geschah die Alarmierung im Brandfalle bis ca. Mitte der 30er Jahre noch durch Feuerglocken und Feuerhorn, trat Ende der 30er Jahre eine Handsirene an deren Stelle. Die erste fest installierte Sirene stand und steht auch heute noch auf dem Dach des damaligen Amtshauses, sie wurde 1942 in Betrieb genommen und diente auch zur Alarmierung der Bevölkerung bei Luftgefahr. Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Anforderungen an die Feuerwehr gestellt. Wenn auch Haßlinghausen von Zerstörungen größeren Ausmaßes verschont blieb, so musste doch bei zahlreichen Einzelbränden eingegriffen werden. In fast allen Fällen ist wertvolles Vermögen vor der vollkommenen Zerstörung zu bewahren. Am Abend der Überrollung war ein Einsatz nicht möglich, da unser Ort unter starkem Beschuss lag. Nach Beendigung des Krieges wurde der Dienst in der Feuerwehr sofort wieder aufgenommen. Im Jahre 1951 ging ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. In Erkenntnis der Wichtigkeit einer schlagkräftigen Feuerwehr stellten die vier Gemeindevertretungen des Amtes zusammen mit ansässigen Industriefirmen die erforderlichen finanziellen Mittel zur Anschaffung eines für die damaligen Verhältnisse modernen Tanklöschfahrzeuges (TLF 15) bereit. Auf dem Glashüttenplatz wurde ein Einstellplatz für das Fahrzeug eingerichtet. Wiederholt konnte die Wehr die Wirksamkeit einer schnellen Brandbekämpfung, wie sie mit einem Tanklöschfahrzeug möglich ist, unter Beweis stellen.
Im August 1953 wurde auf dem Glashüttenplatz das 50-jährige Bestehen der Löschgruppe Haßlinghausen in einem Festzelt gefeiert.
Verbunden mit dieser Feier waren das Kreis-Feuerwehrverbandsfest sowie eine Großübung auf dem Gelände der Firma Isola in Zusammenarbeit mit der Haßlinghauser Bereitschaft des DRK. Nach dem Tode des Oberbrandmeister Peter Schmidt übernahm Brandmeister Eugen Sahlenbeck die Führung unserer Löschgruppe. Er wurde 1960 zum Oberbrandmeister befördert und zum stellvertretenden Amtsbrandmeister ernannt. Er verstarb im Jahre 1962. Im Jahre 1968 wurde das 65-jährige Bestehen der Löschgruppe Haßlinghausen in Form eines Zeltfestes auf dem Sportplatz Haßlinghausen begangen.
Für die erhöhten Anforderungen, mit denen die Wehr konfrontiert wurde, genügte der Einstellplatz und ein Löschfahrzeug nicht mehr. Im Jahre 1964 wurde der Wehr eine neue Fahrzeughalle mit drei Einstellplätzen und Nebenräumen an der Turnhalle übergeben. Diese Räumlichkeiten bilden den Kern der heutigen Wache bzw. des Feuerwehrgerätehauses. Gleichzeitig erfolgte die Übergabe eines weiteren Löschfahrzeuges (LF 8), da die Einsätze und die Anzahl der Feuerwehrkameraden im Laufe der Zeit zunahm. Auch die Anforderungen an die Feuerwehr stiegen weiter an. Da das 1951 in Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug (TLF 15) defekt und somit nicht mehr einsatzfähig war, konnte Brandmeister Günther Siwitza, der 1962 die Führung unserer Löschgruppe übernommen hatte, aus der Hand von Amtsbürgermeister Käseberg und des damals amtierenden Amtsbrandmeister Bockmühl im Jahre 1967 die Schlüssel für das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 16) in Empfang nehmen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde im Jahre 1971 Brandmeister Siwitza zum Hauptbrandmeister befördert und mit der Führung der gesamten Wehr der Stadt Sprockhövel, die er bis zum Jahre 1987 ausübte, betraut. Sein Nachfolger als Gruppenführer wurde Brandmeister Hans Jost. Um die Schlagkraft der Feuerwehr zu erhöhen, wurden die Fahrzeuge im Jahre 1973 mit Sprechfunkgeräten ausgerüstet. Es handelte sich um Wenigkanalfunkgeräte (Telecar-TS). Da sich die Tätigkeit der Feuerwehr längst nicht mehr nur auf Löscheinsätze beschränkte, wurde ein Gerätewagen (GW) für technische Hilfeleistungen und Öleinsätze beschafft. Der Gerätewagen wurde in Eigenhilfe ausgebaut. Die Übergabe des Fahrzeuges an die Feuerwehr erfolgte 1973. Erst im Jahre 1986 ist dieses Fahrzeug durch ein moderneren auf Unimogfahrgestell aufgebauten Rüstwagen (RW 1) ersetzt. Von Oktober 1974 bis Januar 1977 wurde unsere Löschgruppe von Unterbrandmeister Julius Weber (dem Onkel des heutigen Löschzugführers Marc Stoltenberg) kommissarisch geführt. Im Januar 1977 wurde unsere Gruppe auf Grund der gewachsenen Aufgaben, ihrer personellen Stärke und der technischen Ausrüstung zum Löschzug erhoben. Brandmeister und Zugführer wurde Rol Stoltenberg, der Vater des heutigen Zugführers. Zur Erhaltung und weiteren Erhöhung der Schlagkraft wurde die Erweiterung des Gerätehauses mit Anbau eines Schulungsraumes sowie eines weiteren Einstellplatzes in Form einer Waschhalle rechts des ursprünglichen Gebäudes vom Rat der Stadt Sprockhövel beschlossen und durchgeführt. Seit Herbst 1977 ist die Feuerwehr im Haßlinghauser Ortsbereich auch unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 112 erreichbar. Zuvor wurde die Sirene nach eingegangenem Anruf im Wehrlokal von dort auf dem alten Amtshaus ausgelöst. Um die Nachtruhe der Haßlinghauser Bevölkerung nicht mehr als notwendig zu stören, wurde seit dem 75-jährigen Bestehen des Löschzuges für die Feuerwehrleute die sogenannte »stille Alarmierung« über Funkmeldeempfänger immer mehr ausgebaut, bis 1990 alle Kameraden mit einem solchen Empfänger ausgerüstet waren. Die Alarmierung erfolgt heute bei kleineren Einsätzen in drei Bereitschaftsgruppen zusammengesetzt aus den Einheiten Haßlinghausen, Hiddinghausen und Schmiedestraße. Bei größeren Einsätzen werden alle Einsatzkräfte des Löschbereiches I alarmiert. Zum 75-jährigen Bestehen des Löschzuges Haßlinghausen im Jahre 1978 bestand die Ausrüstung aus:
1 Gerätehaus mit 4 Einstellplätzen und Nebenräumen
1 Tanklöschfahrzeug TLF 16
1 Löschgruppenfahrzeug LF 8
1 Gerätewagen
1 Notstromaggregat
1 Allzweckpumpe
und weiteren feuerwehrtechnischen Ausrüstungsgegenständen.
Nach unserem großem Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen
des Löschzuges Haßlinghausen, welches im September 1978 begangen wurde, war es notwendig, das Löschfahrzeug (LF 8) aus dem Jahre 1964 gegen eine neues und moderneres Fahrzeug zu ersetzen.
1981 erhielten wir ein Löschfahrzeug (LF 8) auf einem Unimogfahrgestell, was somit selbst im unwegsamsten Gelände noch zur Einsatzstelle gelangte. Dieses Fahrzeug hat noch bis 1998 in unserer Einheit seinen Dienst geleistet und wurde anschließend noch bis 2001 bei der Löschgruppe Hiddinghausen eingesetzt, bevor es dort gegen einen LF 8/6 ausgetauscht wurde.
Im Jahre 1982 wurde der Fahrzeugpark durch ein Fahrzeug des Bundes im Rahmen der Bundesvorsorge für den Katastrophenschutz aufgestockt. Uns wurde ein damals modernes Löschfahrzeug (LF 16 TS) zugeteilt, das insbesondere durch die zwei Pumpen und einer großen Anzahl an Schlauchmaterial hervorstach. Dieses Fahrzeug wurde erst kürzlich außer Dienst gestellt und durch ein Löschfahrzeug (LF 16/12) mit moderner Technik ausgetauscht. Im Juli 1982 erhielt unser Löschzug abermals »Nachwuchs«. In diesem Jahr wurde nämlich die Gulaschkanone, die in Eigenleistung gebaut wurde und in der ca. 600 Portionen Suppe in zwei Kesseln gleichzeitig zubereiten werden können, in Dienst gestellt. Seitdem ist diese weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt.
Im Herbst 1983 wurde zum 80-jährigen Bestehen ein Festwochenende veranstaltet, an welchem neben einem großen Galaabend auch »Rund um das Gerätehaus« viele Aktivitäten und Attraktionen für die Bevölkerung geboten wurden. Einer der größten Einsätze des Löschzuges Haßlinghausen ereignete sich am 28.06.1984. In dieser Nacht brannte die Glaskunstwerkstatt Hirsch an der Mittelstraße völlig aus. Der Löschzug Haßlinghausen kämpfte über mehrere Stunden mit den Einheiten Schmiedestraße und Hiddinghausen gegen die Flammen. Die Fabrik brannte jedoch trotzdem bis auf die Grundmauern nieder und wurde auch nicht wieder aufgebaut. Im Mai 1985 stand das Gerätehaus des Löschzuges Haßlinghausen erneut im Rampenlicht. Hier wurde am 11.05.1985 die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel mit 22 Jungen zwischen 12 und 15 Jahren ins Leben gerufen. Nach fast 10 Jahren übergab der Hauptbrandmeister Rolf Stoltenberg 1987 die Einheitsführung an den Oberbrandmeister Bernd Asbeck, der den Zug bis zum Jahre 2002 führte. Im März desselben Jahres verstarb der Kamerad Rolf Stoltenberg. Ebenfalls in diesem Jahr wurde auch der ehemalige Einheitsführer des Löschzuges Haßlinghausen und ehemalige Wehrführer der Feuerwehr Sprockhövel, Hauptbrandmeister Günther Siwitza, auf Grund seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit zum Ehren-Hauptbrandmeister ernannt. Bedingt durch die immer größere Anzahl an technischen Hilfeleistungen wurde im Jahre 1986 der 1973 in Dienst gestellte Gerätewagen (GW) durch einen Rüstwagen (RW 1) ersetzt, der u. a. mit einer Seilwinde und einem fest eingebauten 12,5 kVA Stromerzeuger ausgerüstet ist. Kurz vor dem 90-jährigen Bestehen im Jahre 1992 wurde auch das Tanklöschfahrzeug (TLF 16) aus dem Jahre 1967 durch ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) ersetzt. Da es sich bei diesem Fahrzeug um ein Vorführfahrzeug handelte, ist das Fahrzeug mit einem fast 3.000 Liter fassendem Wassertank ausgestattet. Ebenso ungewöhnlich ist, dass in diesem Fahrzeug bis zu neun Feuerwehrleute Platz finden.
In den folgenden Jahren wurde immer mehr Zeit in die Aus- und Fortbildung investiert, da auch die Zahl der Einsätze in den Jahren deutlich anstieg, wobei insbesondere auch Wert auf die Ausbildung im Bereich der technischen Hilfe gelegt wurde. In diesen Jahren wurde auch seitens der Stadt in die Feuerwehr investiert. So wurde unter anderem die gesamte Alarmierung auf Funkmeldeempfänger umgestellt, so dass die Bevölkerung die Häufigkeit der Einsätze gar nicht mehr mitbekommen kann.
Im Jahre 1999 wurde der Feuerwehr Sprockhövel durch die Bezirksregierung ein Teilabschnitt der BAB 43 übertragen. Da der Standort des Löschzuges Haßlinghausen sich als sehr günstig erwies, wurde innerhalb der Stadtwehr dem Löschzug Haßlinghausen mit Unterstützung der Löschgruppen Hiddinghausen und Schmiedestraße dieser Einsatzbereich zusätzlich zugeteilt.
Bedingt durch finanzielle Engpässe bei der Stadt Sprockhövel und einen hohen Altersdurchschnitt bei den Feuerwehrfahrzeugen und die damit verbundenen Stilllegungen einiger Fahrzeuge durch den Technischen Überwachungsdienst begann man im Jahre 1999 mit einer ersten Umstrukturierung des Fahrzeugparks. So wurde das Löschfahrzeug (LF 8) aus dem Jahre 1981 zum Standort Hiddinghausen versetzt. Als Ersatz wurde für die Koordination von überwiegend größeren Einsätzen ein Einsatzleitwagen (ELW 1) beschafft. Dieser ist mittlerweile mit Messgeräten und Unterlagen sowie weiterer technische Ausstattung für die Einsatzführung bestückt. Ferner wurde der alte Gerätewagen des Löschzuges Niedersprockhövel als Gerätwagen Nachschub in einer neu neben dem Sportplatz errichteten Garage untergebracht. Dieser steht der gesamten Wehr für den Transport u. a. von Ölbindemitteln zur Verfügung.
Personell hat sich die Situation im Löschzug Haßlinghausen im Jahre 2002 geändert. Der in diesem Jahr amtierende Einheitsführer Stadtbrandinspektor Bernd Asbeck, dessen Sohn Thorsten mittlerweile auch dem Löschzug Haßlinghausen angehört, wurde nach Anhörung durch den Kreisbrandmeister im März 2002 durch den Rat der Stadt Sprockhövel zum Leiter der Feuerwehr bestellt und musste somit seine Position als Löschzugführers aufgeben. Sein Nachfolger ist seit dieser Zeit Brandinspektor Marc Stoltenberg, der Sohn des von 1977 bis 1987 tätigen Hauptbrandmeister Rolf Stoltenberg. Übrigens kann unser Löschzug noch heute Nachfahren von ehemaligen Gründungsmitgliedern aufweisen. Zum einen ist Hauptfeuerwehrmann Siegfried Kickuth der Urenkel des ehemaligen Mitbegründers Fritz Kickuth und noch heute Inhaber des seit 100 Jahren bestehenden Wehrlokals »Zum Amtshaus« in Haßlinghausen.
Der Löschzug Haßlinghausen im Jahre 2003
Im Jahre 2003, also 100 Jahre nach Gründung des Löschzuges Haßlinghausen stehen den Kameraden 1 Gerätehaus mit vier Einstellplätzen inklusive einer Waschhalle zur Verfügung. Das Gerätehaus in unmittelbarer Nähe zum Rathaus bietet weiterhin noch Räumlichkeiten für Schulungszwecke, das Wehrführerbüro und eine kleine, nicht ständig besetzte Wache. In den Stellplätzen finden sich folgende Fahrzeuge:
1 Löschfahrzeug LF 16/12 mit CAFS-Druckluftschaumanlage
1 Tanklöschfahrzeug TLF 16/25
1 Rüstwagen RW 1
1 Einsatzleitwagen ELW 1
In einer weiteren separaten Garage direkt neben dem Eingang zum Sportplatz befindet sich noch 1 Gerätewagen Nachschub, der in Kürze gegen ein moderneres Fahrzeug ersetzt werden soll. Personell besteht der Löschzug aus insgesamt 35 aktiven Kameradinnen Kameraden und 13 Kameraden der Ehrenabteilung. Auch nach 100 Jahren »Dienst am Nächsten« ist der Löschzug Haßlinghausen, genau wie die gesamte Wehr der Stadt Sprockhövel, immer noch eine freiwillige Institution der Stadt auf rein ehrenamtlicher Basis. Alarmiert werden die aktiven Kräfte ausschließlich über Funkmeldeempfänger, so dass ein Sirenenalarm nur in Ausnahmefällen notwendig ist und die Bevölkerung nicht mehr als nötig belästigt wird.

Die ersten Bemühungen zur Gründung eines organisierten Feuerschutzes in Haßlinghausen gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Aus dieser Zeit sind heute noch 4 Namen von Männern bekannt, die auch nach Gründung der Wehr eine Rolle spielten. Der Kaufmann Fritz Sahlenbeck und später sein Bruder Adolf stellten im Brandfalle die Bespannung (Pferde). Dem Sattlermeister Fritz Kickuth, übrigens der Urgroßvater des heutigen Wirtes der Gaststätte zum Amtshaus, die nunmehr auch seit exakt 100 Jahren das Wehrlokal des Löschzuges Haßlinghausen ist, war die Instandhaltung der Spritze und des Schlauchmaterials übertragen. Der Bergmann Fritz Harke hatte die Schlüssel zum Unterstellraum. Dieser Unterstellraum wurde vom Bauern Langewiesche im Dorf zur Verfügung gestellt. Durch die Initiative Haßlinghauser Bürger waren eine Handdruckspritze sowie eine beschränkte Menge Schlauchmaterial und feuerwehrtechnische Geräte (z. B. Einreißhaken, Strahlrohre usw.) vorhanden. Bei Bränden half jeder Bürger nach bestem Können mit, eine planmäßige Ausbildung gab es noch nicht.

Bei gelegentlichen Zusammenkünften wurden Anregungen laut, den Feuerschutz zu organisieren, d. h. eine Feuerwehr zu gründen. Vorher mussten die finanziellen Grundlagen für die Ausrüstung der zukünftigen Feuerwehrmänner geschaffen werden. Auch hier musste zur Selbsthilfe gegriffen werden, da mit Bereitstellung von Geldmitteln durch die Gemeinde nicht zu rechnen war. Im Jahre 1902 wurde eine Spendenliste aufgelegt, die den für die damalige Zeit ansehnlichen Betrag von 225,- Mark erbrachte.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Haßlinghausen wurde am

8. Februar 1903 im Lokal Fritz Kickuth vollzogen.

Seit diesem Tag, also seit über 100 Jahren, ist dieses Lokal Wehrlokal geblieben. Dies ist sicherlich eine nahezu einmalige Tatsache. Sohn und Enkelsohn des Mitbegründers Fritz Kickuth waren seit 1912 bzw. 1943 ebenfalls Angehörige der Wehr. Auch der Urenkel, Siegfried Kickuth, ist nunmehr in der 4. Generation seit 1982 Mitglied unseres Löschzuges. Im Jahre 1903 stellten sich 36 Haßlinghauser Bürger dem Feuerschutz zur Verfügung. Der gewählte Vorstand bestand aus folgenden Männern:

Hauptmann Ewald Krefting - Spritzenführer Fritz Kickuth

Stellvertreter August Unger - Stellvertreter August Muthmann

Steigerführer Fritz Sahlenbeck - Kassierer Emil Plasberg

Stellvertreter Fritz Harke - Schriftführer Wilhelm Göbelsmann

Mit der Arbeit wurde sofort begonnen. Für die genannten freiwilligen Spenden wurden Ausrüstungsgegenstände und Uniformen angeschafft, und in regelmäßigen Übungsstunden wurden die Wehrmänner für den Feuerschutz geschult. Dem damaligen Spritzenführer Fritz Kickuth genügte die vorhandene Feuerlöschspritze nicht; er kaufte daher auf eigene Rechnung ein neues Gerät zum Preis von 500,- Mark, und gab damit ein Beispiel für Gemeinsinn und Idealismus. Es handelte sich um eine Hochdruckspritze mit Windkessel, auf 2 Rädern montiert, die beim Einsatz vom Fahrgestell freigemacht (abgeprotzt) werden konnte und dadurch bessere Einsatzmöglichkeiten bot. Auch war die Spritze leichter und wurde von den Wehrmännern gezogen, wenn im Ernstfall die Bespannung nicht rechtzeitig zur Stelle war. Die Wasserförderung erfolgte durch Pumpen an zwei Holmen, die von je 4 Feuerwehrmännern bedient wurden. Zwecks besserer Ausbildung der Steigerabteilung musste ein Steigerturm errichtet werden. Das erforderliche Holz wurde von hiesigen Waldbesitzern zur Verfügung gestellt. In freiwilliger Arbeit zimmerten die Wehrmänner ihren Übungsturm selbst. Dieser erste Steigerturm wurde auf dem Grundstück der Familie Kickuth errichtet. Die Grundfläche betrug 4,50 x 2,80 m, die Höhe 10,50 m. Nach oben verjüngte sich der Turm auf 3,50 x 2,80 m. Der Steigerturm war in 3 Etagen eingeteilt.

Tag der Bauantragstellung 6. April 1904

Bauerlaubnis erteilt 18. April 1904

Bauabnahme 10. Juni 1904

24 Jahre hat der Turm gestanden, und es ist mancher Schweißtropfen geflossen, wenn immer wieder das Kommando ertönte:

»Steigt - auf!«, »Steigt - ab!«.

 

In den folgenden Jahren wurde die Ausrüstung durch Neuanschaffungen von Kleingeräten verbessert, welche bei Bränden und Übungen erprobt wurden. Die erste größere Übung fand auf dem Gelände Oesterling am Wechtenbruch statt. Während der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde der Feuerschutz, obwohl zahlreiche Kameraden zu den Waffen gerufen wurden, voll aufrecht erhalten. Der heutige Musikzug der Feuerwehr Sprockhövel wurde am 3. März 1921 als Feuerwehrkapelle Haßlinghausen gegründet, die ersten Kapellmeister waren F. Stuckmann und R. Ibing.

Im Jahre 1925 wurde der Feuerschutz in der weit verzweigten Gemeinde Haßlinghausen dadurch verstärkt, dass im Westteil des Ortes die Löschgruppe Schmiedestraße gegründet wurde, die über lange Jahre von dem Kamerad August Thomas geführt wurde. Die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Haßlinghausen wurde 1928 gekauft. In den Jahren 1953 und 1997 wurde die Fahne restauriert. Im Jahre 1928 wurde auf dem Hof der Schule Dorf ein neues Gerätehaus mit Steigerturm, dessen Originalbaupläne noch vorhanden sind, durch die Gemeinde und durch Eigenhilfe der Feuerwehrkameraden errichtet. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens wurde der Feuerwehr das Gerätehaus übergeben. Kurz nach dieser Feier erlitt die Wehr einen herben Verlust durch den Tod des bewährten Hauptmanns Fritz Kickuth. Die Leitung übernahm nunmehr der seit 1913 als Stellvertreter tätige Kamerad Julius Weber (übrigens der Urgroßvater des heutigen stellvertretenden Kassierers Matthias Weber und Großvater des Sprechers der Ehrenabteilung der Stadtwehr Julius Weber). Dieser war bis zum Jahre 1934 Hauptmann der Löschgruppe Haßlinghausen und wurde dann mit der Führung der gesamten Wehr des Amtes Haßlinghausen (6 Löschgruppen) betraut. Julius Weber war 43 Jahre aktiv im Feuerwehrdienst seit 1922 tätig. Er wurde am 1. August 1953 zum Ehrenhauptbrandmeister ernannt. Sein Sohn Julius Weber jun. trat im selben Jahr in den Dienst des Löschzuges Haßlinghausen und war seit 1953 aktiv im Feuerwehrdienst und ist seit 2001 Sprecher der Ehrenabteilung der Stadtwehr. Auch dessen Sohn Matthias ist nunmehr in der 4. Generation seit 1981 Mitglied des Löschzuges Haßlinghausen.

Inzwischen war durch die fortschreitende Technik auch das Feuerlöschwesen auf eine andere, bessere Grundlage gestellt worden. An die Stelle der Handdruckspritze trat die Motorspritze. Die erste tragbare Motorspritze (TS) wurde im Jahre 1932 der Feuerwehr übergeben. Es handelte sich um eine Pumpe, welche von einem DKW-Zweitaktmotor angetrieben wurde. Lange Jahre haben die TS 8/8 mit einer Leistung von 800 Litern Wasser pro Minute ihre Schuldigkeit getan und tun es auch heute noch. Am 20. Januar 1933 wurde für alle Feuerwehrmänner eine Unfallversicherung eingeführt, ein für die soziale Sicherheit der Feuerwehrmänner und deren Angehörige beachtlicher Fortschritt.

Auf Grund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15.12.1933 wurde die Feuerwehr zur Feuerlöschpolizei, und damit das Führerprinzip eingeführt. Nachfolger von Julius Weber sen. wurde im Jahre 1934 Oberbrandmeister Peter Schmidt, den wir durch einen tragischen Unfall im Jahre 1956 verloren. Geschah die Alarmierung im Brandfalle bis ca. Mitte der 30er Jahre noch durch Feuerglocken und Feuerhorn, trat Ende der 30er Jahre eine Handsirene an deren Stelle. Die erste fest installierte Sirene stand und steht auch heute noch auf dem Dach des damaligen Amtshauses, sie wurde 1942 in Betrieb genommen und diente auch zur Alarmierung der Bevölkerung bei Luftgefahr. Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Anforderungen an die Feuerwehr gestellt. Wenn auch Haßlinghausen von Zerstörungen größeren Ausmaßes verschont blieb, so musste doch bei zahlreichen Einzelbränden eingegriffen werden. In fast allen Fällen ist wertvolles Vermögen vor der vollkommenen Zerstörung zu bewahren. Am Abend der Überrollung war ein Einsatz nicht möglich, da unser Ort unter starkem Beschuss lag. Nach Beendigung des Krieges wurde der Dienst in der Feuerwehr sofort wieder aufgenommen. Im Jahre 1951 ging ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. In Erkenntnis der Wichtigkeit einer schlagkräftigen Feuerwehr stellten die vier Gemeindevertretungen des Amtes zusammen mit ansässigen Industriefirmen die erforderlichen finanziellen Mittel zur Anschaffung eines für die damaligen Verhältnisse modernen Tanklöschfahrzeuges (TLF 15) bereit. Auf dem Glashüttenplatz wurde ein Einstellplatz für das Fahrzeug eingerichtet. Wiederholt konnte die Wehr die Wirksamkeit einer schnellen Brandbekämpfung, wie sie mit einem Tanklöschfahrzeug möglich ist, unter Beweis stellen.

Im August 1953 wurde auf dem Glashüttenplatz das 50-jährige Bestehen der Löschgruppe Haßlinghausen in einem Festzelt gefeiert.

Verbunden mit dieser Feier waren das Kreis-Feuerwehrverbandsfest sowie eine Großübung auf dem Gelände der Firma Isola in Zusammenarbeit mit der Haßlinghauser Bereitschaft des DRK. Nach dem Tode des Oberbrandmeister Peter Schmidt übernahm Brandmeister Eugen Sahlenbeck die Führung unserer Löschgruppe. Er wurde 1960 zum Oberbrandmeister befördert und zum stellvertretenden Amtsbrandmeister ernannt. Er verstarb im Jahre 1962. Im Jahre 1968 wurde das 65-jährige Bestehen der Löschgruppe Haßlinghausen in Form eines Zeltfestes auf dem Sportplatz Haßlinghausen begangen.

Für die erhöhten Anforderungen, mit denen die Wehr konfrontiert wurde, genügte der Einstellplatz und ein Löschfahrzeug nicht mehr. Im Jahre 1964 wurde der Wehr eine neue Fahrzeughalle mit drei Einstellplätzen und Nebenräumen an der Turnhalle übergeben. Diese Räumlichkeiten bilden den Kern der heutigen Wache bzw. des Feuerwehrgerätehauses. Gleichzeitig erfolgte die Übergabe eines weiteren Löschfahrzeuges (LF 8), da die Einsätze und die Anzahl der Feuerwehrkameraden im Laufe der Zeit zunahm. Auch die Anforderungen an die Feuerwehr stiegen weiter an. Da das 1951 in Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug (TLF 15) defekt und somit nicht mehr einsatzfähig war, konnte Brandmeister Günther Siwitza, der 1962 die Führung unserer Löschgruppe übernommen hatte, aus der Hand von Amtsbürgermeister Käseberg und des damals amtierenden Amtsbrandmeister Bockmühl im Jahre 1967 die Schlüssel für das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 16) in Empfang nehmen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde im Jahre 1971 Brandmeister Siwitza zum Hauptbrandmeister befördert und mit der Führung der gesamten Wehr der Stadt Sprockhövel, die er bis zum Jahre 1987 ausübte, betraut. Sein Nachfolger als Gruppenführer wurde Brandmeister Hans Jost. Um die Schlagkraft der Feuerwehr zu erhöhen, wurden die Fahrzeuge im Jahre 1973 mit Sprechfunkgeräten ausgerüstet. Es handelte sich um Wenigkanalfunkgeräte (Telecar-TS). Da sich die Tätigkeit der Feuerwehr längst nicht mehr nur auf Löscheinsätze beschränkte, wurde ein Gerätewagen (GW) für technische Hilfeleistungen und Öleinsätze beschafft. Der Gerätewagen wurde in Eigenhilfe ausgebaut. Die Übergabe des Fahrzeuges an die Feuerwehr erfolgte 1973. Erst im Jahre 1986 ist dieses Fahrzeug durch ein moderneren auf Unimogfahrgestell aufgebauten Rüstwagen (RW 1) ersetzt. Von Oktober 1974 bis Januar 1977 wurde unsere Löschgruppe von Unterbrandmeister Julius Weber (dem Onkel des heutigen Löschzugführers Marc Stoltenberg) kommissarisch geführt. Im Januar 1977 wurde unsere Gruppe auf Grund der gewachsenen Aufgaben, ihrer personellen Stärke und der technischen Ausrüstung zum Löschzug erhoben. Brandmeister und Zugführer wurde Rol Stoltenberg, der Vater des heutigen Zugführers. Zur Erhaltung und weiteren Erhöhung der Schlagkraft wurde die Erweiterung des Gerätehauses mit Anbau eines Schulungsraumes sowie eines weiteren Einstellplatzes in Form einer Waschhalle rechts des ursprünglichen Gebäudes vom Rat der Stadt Sprockhövel beschlossen und durchgeführt. Seit Herbst 1977 ist die Feuerwehr im Haßlinghauser Ortsbereich auch unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 112 erreichbar. Zuvor wurde die Sirene nach eingegangenem Anruf im Wehrlokal von dort auf dem alten Amtshaus ausgelöst. Um die Nachtruhe der Haßlinghauser Bevölkerung nicht mehr als notwendig zu stören, wurde seit dem 75-jährigen Bestehen des Löschzuges für die Feuerwehrleute die sogenannte »stille Alarmierung« über Funkmeldeempfänger immer mehr ausgebaut, bis 1990 alle Kameraden mit einem solchen Empfänger ausgerüstet waren. Die Alarmierung erfolgt heute bei kleineren Einsätzen in drei Bereitschaftsgruppen zusammengesetzt aus den Einheiten Haßlinghausen, Hiddinghausen und Schmiedestraße. Bei größeren Einsätzen werden alle Einsatzkräfte des Löschbereiches I alarmiert. Zum 75-jährigen Bestehen des Löschzuges Haßlinghausen im Jahre 1978 bestand die Ausrüstung aus:

1 Gerätehaus mit 4 Einstellplätzen und Nebenräumen

1 Tanklöschfahrzeug TLF 16

1 Löschgruppenfahrzeug LF 8

1 Gerätewagen

1 Notstromaggregat

1 Allzweckpumpe

und weiteren feuerwehrtechnischen Ausrüstungsgegenständen.

Nach unserem großem Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen des Löschzuges Haßlinghausen, welches im September 1978 begangen wurde, war es notwendig, das Löschfahrzeug (LF 8) aus dem Jahre 1964 gegen eine neues und moderneres Fahrzeug zu ersetzen.

1981 erhielten wir ein Löschfahrzeug (LF 8) auf einem Unimogfahrgestell, was somit selbst im unwegsamsten Gelände noch zur Einsatzstelle gelangte. Dieses Fahrzeug hat noch bis 1998 in unserer Einheit seinen Dienst geleistet und wurde anschließend noch bis 2001 bei der Löschgruppe Hiddinghausen eingesetzt, bevor es dort gegen einen LF 8/6 ausgetauscht wurde.

Im Jahre 1982 wurde der Fahrzeugpark durch ein Fahrzeug des Bundes im Rahmen der Bundesvorsorge für den Katastrophenschutz aufgestockt. Uns wurde ein damals modernes Löschfahrzeug (LF 16 TS) zugeteilt, das insbesondere durch die zwei Pumpen und einer großen Anzahl an Schlauchmaterial hervorstach. Dieses Fahrzeug wurde erst kürzlich außer Dienst gestellt und durch ein Löschfahrzeug (LF 16/12) mit moderner Technik ausgetauscht. Im Juli 1982 erhielt unser Löschzug abermals »Nachwuchs«. In diesem Jahr wurde nämlich die Gulaschkanone, die in Eigenleistung gebaut wurde und in der ca. 600 Portionen Suppe in zwei Kesseln gleichzeitig zubereiten werden können, in Dienst gestellt. Seitdem ist diese weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt.

Im Herbst 1983 wurde zum 80-jährigen Bestehen ein Festwochenende veranstaltet, an welchem neben einem großen Galaabend auch »Rund um das Gerätehaus« viele Aktivitäten und Attraktionen für die Bevölkerung geboten wurden. Einer der größten Einsätze des Löschzuges Haßlinghausen ereignete sich am 28.06.1984. In dieser Nacht brannte die Glaskunstwerkstatt Hirsch an der Mittelstraße völlig aus. Der Löschzug Haßlinghausen kämpfte über mehrere Stunden mit den Einheiten Schmiedestraße und Hiddinghausen gegen die Flammen. Die Fabrik brannte jedoch trotzdem bis auf die Grundmauern nieder und wurde auch nicht wieder aufgebaut. Im Mai 1985 stand das Gerätehaus des Löschzuges Haßlinghausen erneut im Rampenlicht. Hier wurde am 11.05.1985 die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel mit 22 Jungen zwischen 12 und 15 Jahren ins Leben gerufen. Nach fast 10 Jahren übergab der Hauptbrandmeister Rolf Stoltenberg 1987 die Einheitsführung an den Oberbrandmeister Bernd Asbeck, der den Zug bis zum Jahre 2002 führte. Im März desselben Jahres verstarb der Kamerad Rolf Stoltenberg. Ebenfalls in diesem Jahr wurde auch der ehemalige Einheitsführer des Löschzuges Haßlinghausen und ehemalige Wehrführer der Feuerwehr Sprockhövel, Hauptbrandmeister Günther Siwitza, auf Grund seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit zum Ehren-Hauptbrandmeister ernannt. Bedingt durch die immer größere Anzahl an technischen Hilfeleistungen wurde im Jahre 1986 der 1973 in Dienst gestellte Gerätewagen (GW) durch einen Rüstwagen (RW 1) ersetzt, der u. a. mit einer Seilwinde und einem fest eingebauten 12,5 kVA Stromerzeuger ausgerüstet ist. Kurz vor dem 90-jährigen Bestehen im Jahre 1992 wurde auch das Tanklöschfahrzeug (TLF 16) aus dem Jahre 1967 durch ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) ersetzt. Da es sich bei diesem Fahrzeug um ein Vorführfahrzeug handelte, ist das Fahrzeug mit einem fast 3.000 Liter fassendem Wassertank ausgestattet. Ebenso ungewöhnlich ist, dass in diesem Fahrzeug bis zu neun Feuerwehrleute Platz finden.

In den folgenden Jahren wurde immer mehr Zeit in die Aus- und Fortbildung investiert, da auch die Zahl der Einsätze in den Jahren deutlich anstieg, wobei insbesondere auch Wert auf die Ausbildung im Bereich der technischen Hilfe gelegt wurde. In diesen Jahren wurde auch seitens der Stadt in die Feuerwehr investiert. So wurde unter anderem die gesamte Alarmierung auf Funkmeldeempfänger umgestellt, so dass die Bevölkerung die Häufigkeit der Einsätze gar nicht mehr mitbekommen kann.

Im Jahre 1999 wurde der Feuerwehr Sprockhövel durch die Bezirksregierung ein Teilabschnitt der BAB 43 übertragen. Da der Standort des Löschzuges Haßlinghausen sich als sehr günstig erwies, wurde innerhalb der Stadtwehr dem Löschzug Haßlinghausen mit Unterstützung der Löschgruppen Hiddinghausen und Schmiedestraße dieser Einsatzbereich zusätzlich zugeteilt.

Bedingt durch finanzielle Engpässe bei der Stadt Sprockhövel und einen hohen Altersdurchschnitt bei den Feuerwehrfahrzeugen und die damit verbundenen Stilllegungen einiger Fahrzeuge durch den Technischen Überwachungsdienst begann man im Jahre 1999 mit einer ersten Umstrukturierung des Fahrzeugparks. So wurde das Löschfahrzeug (LF 8) aus dem Jahre 1981 zum Standort Hiddinghausen versetzt. Als Ersatz wurde für die Koordination von überwiegend größeren Einsätzen ein Einsatzleitwagen (ELW 1) beschafft. Dieser ist mittlerweile mit Messgeräten und Unterlagen sowie weiterer technische Ausstattung für die Einsatzführung bestückt. Ferner wurde der alte Gerätewagen des Löschzuges Niedersprockhövel als Gerätwagen Nachschub in einer neu neben dem Sportplatz errichteten Garage untergebracht. Dieser steht der gesamten Wehr für den Transport u. a. von Ölbindemitteln zur Verfügung.

Personell hat sich die Situation im Löschzug Haßlinghausen im Jahre 2002 geändert. Der in diesem Jahr amtierende Einheitsführer Stadtbrandinspektor Bernd Asbeck, dessen Sohn Thorsten mittlerweile auch dem Löschzug Haßlinghausen angehört, wurde nach Anhörung durch den Kreisbrandmeister im März 2002 durch den Rat der Stadt Sprockhövel zum Leiter der Feuerwehr bestellt und musste somit seine Position als Löschzugführers aufgeben. Sein Nachfolger ist seit dieser Zeit Brandinspektor Marc Stoltenberg, der Sohn des von 1977 bis 1987 tätigen Hauptbrandmeister Rolf Stoltenberg. Übrigens kann unser Löschzug noch heute Nachfahren von ehemaligen Gründungsmitgliedern aufweisen. Zum einen ist Hauptfeuerwehrmann Siegfried Kickuth der Urenkel des ehemaligen Mitbegründers Fritz Kickuth und noch heute Inhaber des seit 100 Jahren bestehenden Wehrlokals »Zum Amtshaus« in Haßlinghausen.

 

Der Löschzug Haßlinghausen im Jahre 2003

Im Jahre 2003, also 100 Jahre nach Gründung des Löschzuges Haßlinghausen stehen den Kameraden 1 Gerätehaus mit vier Einstellplätzen inklusive einer Waschhalle zur Verfügung. Das Gerätehaus in unmittelbarer Nähe zum Rathaus bietet weiterhin noch Räumlichkeiten für Schulungszwecke, das Wehrführerbüro und eine kleine, nicht ständig besetzte Wache. In den Stellplätzen finden sich folgende Fahrzeuge:

1 Löschfahrzeug LF 16/12 mit CAFS-Druckluftschaumanlage

1 Tanklöschfahrzeug TLF 16/25

1 Rüstwagen RW 1

1 Einsatzleitwagen ELW 1

In einer weiteren separaten Garage direkt neben dem Eingang zum Sportplatz befindet sich noch 1 Gerätewagen Nachschub, der in Kürze gegen ein moderneres Fahrzeug ersetzt werden soll. Personell besteht der Löschzug aus insgesamt 35 aktiven Kameradinnen Kameraden und 13 Kameraden der Ehrenabteilung. Auch nach 100 Jahren »Dienst am Nächsten« ist der Löschzug Haßlinghausen, genau wie die gesamte Wehr der Stadt Sprockhövel, immer noch eine freiwillige Institution der Stadt auf rein ehrenamtlicher Basis. Alarmiert werden die aktiven Kräfte ausschließlich über Funkmeldeempfänger, so dass ein Sirenenalarm nur in Ausnahmefällen notwendig ist und die Bevölkerung nicht mehr als nötig belästigt wird.

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